June 24, 2026, 09:30 am – 11:00 am
Stabile Hülle, wechselnde Zukunftsthemen: Von Future Skills-Modellen zum curricularen Design
Hochschulen sollen Studierende auf dynamische und noch unbekannte Zukunftsprobleme vorbereiten, während Studiengänge zugleich stabil akkreditiert, fachlich anschlussfähig und organisatorisch verlässlich bleiben müssen. Daraus entsteht eine curriculare Grundspannung zwischen Stabilität und Wandel, Fachlichkeit und Transdisziplinarität sowie Ordnungslogik und Agilität.
Der Workshop stellt die Entwicklung des transdisziplinären Zukunftsmasters „Future Analytics“ vor, dessen zu akkreditierende Studiengangsstruktur („Hülle“) thematische Rotation ermöglichen soll. Kern ist ein Kompetenzmodell, das problembezogene fachliche epistemische Praktiken und transdisziplinäre Handlungsmodi gleichermaßen beschreibt. Teilnehmende prüfen dessen Tragfähigkeit an unterschiedlichen Zukunftsthemen und analysieren Spannungen zwischen Allgemeinheit und Spezifität. Ziel ist es, didaktische Designprinzipien für zukunftsoffene, curricular operationalisierbare Future-Skills-Modelle abzuleiten.
Literacy: Ehlers, U.-D. (2020). Future Skills: Lernen der Zukunft – Hochschule der Zukunft. Springer. Stifterverband. (2021). Future Skills 2030. Barnett, R. (2000). Realizing the University in an Age of Supercomplexity. Open University Press.
Method: Der Workshop kombiniert kurze Impulsphasen mit kollaborativer Analyse und strukturierter Gruppenarbeit. Ziel ist es, ein Kompetenzmodell für themenvariable Studiengänge gemeinsam zu prüfen und weiterzuentwickeln. Zu Beginn wird das Konzept eines themenvariablen Zukunftsmasters mit stabiler Studiengangsstruktur („Hülle“) kurz vorgestellt und in den Kontext organisationaler Spannungen zwischen Akkreditierung, Fachlichkeit und Agilität eingeordnet. Anschließend lernen die Teilnehmenden Aufbau und Logik des zugrunde liegenden Kompetenzmodells kennen (Kompetenzbereiche, Niveaustufen, curriculare Operationalisierung). Im Hauptteil arbeiten die Teilnehmenden in Kleingruppen mit unterschiedlichen Zukunftsthemen (z. B. KI und Demokratie, planetare Gesundheit, Mensch-Maschine-Kooperation). Sie prüfen, welche Kompetenzen in diesen Feldern erforderlich sind und inwiefern diese im Modell abgebildet sind. Dabei identifizieren sie Passungen, Lücken sowie Bereiche, in denen das Modell zu generisch oder zu fachspezifisch wird. Ergebnisse werden visuell festgehalten und anschließend im Plenum verglichen. Auf dieser Grundlage werden gemeinsam wiederkehrende Spannungen und tragfähige Abstraktionsebenen identifiziert. Abschließend leiten Teilnehmende zusammen mit der Workshopmoderation Designprinzipien für zukunftsoffene, curricular tragfähige Kompetenzmodelle ab. Der Workshop ist interaktiv angelegt: Teilnehmende arbeiten in wechselnden Kleingruppen, diskutieren ihre Analysen im Plenum und bringen eigene Perspektiven aus unterschiedlichen Disziplinen und Studiengangskontexten ein. Ziel ist eine gemeinsame Exploration und Weiterentwicklung des vorgestellten Ansatzes.
Speaker
Sanne Ziethen
Stiftung Universität Hildesheim, Projekt "Agile Lehrarchitektur für Zukunftsthemen" (aLaZukunft)
Track
Future Skills
Room
Workshops 2
Language
DE
Format
Workshop